Das Google Imperium

Google liegt offensichtlich viel daran, möglichst viele Informationen über Personen zu sammeln: wer wir sind, was wir tun, was uns gefällt, wohin wir gehen, mit wem wir kommunizieren, was wir denken, was uns interessiert und vieles mehr. Die Erklärung ist ganz einfach: das Unternehmen verdient sein Geld mit diesen Daten indem sie auf dem Markt verkauft werden.

Hier eine Auswahl der Bereiche (es sind noch viele mehr) in denen Google tätig ist:

  • Google als Suchmaschine. Die wohl bekannteste Anwendung von Google. Jeder Suchbegriff wird gespeichert und dem Persönlichkeitsprofil hinzugefügt. Ergebnisse hängen von der persönlichen Historie der Suchbegriffe ab. Google zahlt viel Geld, damit die Google-Suche als Standard in Browsern voreingestellt ist. Siehe Google zahlt Mozilla jährlich 300 Millionen Dollar. Alternativen gibt es hier: alternative Suchmaschinen
  • Das Domain Name System (DNS) ist einer der wichtigsten Dienste in IP-basierten Netzwerken. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert es wie eine Telefonauskunft: Man kennt die Web-Adresse (URL) und möchte deren IP-Adresse erfahren. Damit ein Browser Webseiten herunterladen und anzeigen kann, muss er zuvor die IP-Adresse der eingetippten URL beim DNS abfragen. Der Betreiber dieses Dienstes kennt dann natürlich diese Anfragen. Google betreibt einen DNS-Dienst mit den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4. Wer diesen Dienst nutzt, übergibt damit die komplette Surf-Historie an Google. Siehe Wir haben den größten DNS-Dienst.
  • Mittlerweile ist in fast jedem Browser die sogenannte “Betrugswarnung” eingebaut. Dahinter steckt jedoch der Google Safebrowsing Service. Dieser Dienst prüft, ob die aktuelle Internet-Adresse (URL) auf einer Liste von bekannten Betrugsseiten steht. Es gibt dabei verschiedene Varianten der Nutzung, entweder wird die URL komplett an Google übertragen, oder die aktuelle Liste der Betrugsseiten wird auf das abfragende Gerät übertragen und lokal abgefragt. Im ersten Fall kennt Google die komplette Surf-Historie, im zweiten Fall nicht. In beiden Fällen wird jedoch die IP-Adresse des Nutzers übertragen und gespeichert. Der Browser ist somit also wieder identifiziert und personalisiert. Siehe Google Safebrowsing.
  • Google Drive: Onlinespeicher zum Austausch von Daten. Google kennt die Inhalte und Personen mit denen Daten ausgetauscht werden. Abfotografierte Text-Dokumente können durchsucht und automatisch in Text gewandelt werden. Die Inhalte sind Google natürlich bekannt. Siehe: Google Drive Datenmonster – wie gierig ist es?
  • Google Mail (Gmail): Die E-Mail-Kommunikation mit Google-Postfächern ist von Anfang an als Überwachungsmedium entworfen. Google analysiert vollautomatisch alle E-Mails und bildet ausgefeilte Persönlichkeitsprofile. Weiterhin wird der Inhalt der Konversation sowie Einkommen, Rasse, Geschlecht, Persönlichkeitstyp, Hobbies, Surfgewohnheiten und vieles mehr erfasst und gespeichert. Dies betrifft nicht nur Personen die ein Google-Mail-Postfach haben, sondern auch Personen die eine E-Mail zu einem Google-Postfach schicken! Siehe dazu Google liest mit oder (englisch) google using gmail build psychological profiles of hundreds millions people.
  • Youtube: Im Jahr 2006 kauft Google die Firma Youtube und kann somit alle gesehenen Videos zu Persönlichkeitsprofilen zuordnen.
  • Google Maps: Landkarten, Navigation und Streetview. Google weiß beim Benutzen dieser Dienste wo man ist und wo man hin möchte. Siehe dazu Google speichert Bewegungsprofil. Beim Erfassen der Streetview-Bilder hat Google gleichzeitig alle aktiven WLAN-Netze von Privathaushalten erfasst und gespeichert. Siehe dazu Street-View Autos scannen private Funknetze.
  • Smartphone (Android mit Google Diensten). Diese Geräte übermitteln die privatesten Daten an Google. Dazu gehören Fotos, Videos, Kontakte, Konversationen, Suchanfragen, Daten, Dokumente, Standort und vieles mehr. Siehe dazu Privacy-Handbuch: Google. Weitere Argumente gegen Android:
  • 80% aller Webseiten von „unabhängigen“ Unternehmen nutzen Google-Analytics. Dieses Analysewerkzeug ermöglicht ein genaues Untersuchen der Benutzung der Webseite. Welche Bereiche werden genutzt, wie lange hält sich ein Besucher auf einzelnen Seiten auf und vieles mehr. Selbstverständlich werden dazu die Benutzer getrackt. Zu Google gehört auch das Werbenetzwerk DoubleClick.
  • Sehr viele Smartphone-Apps von unabhängigen Entwicklern nutzen ebenfalls Google-Analytics. Dieses Analysewerkzeug ermöglicht ein genaues Untersuchen der Benutzung der App, sowohl auf Android als auch auf iOS Geräten.
  • Die meisten SmartTV unterstützen HbbTV. Diese Funktion ermöglicht es Internet-Zusatzdienste zum aktuellen TV-Programm zu nutzen. Leider werden auch hier oft Daten an Google übertragen. Oft auch senderübergreifend wenn die Sender von derselben Sendeanstalt kommen. Siehe so spioniert sie ihr Fernseher aus.
  • Google zieht ins Wohnzimmer ein: Google Home, Wifi und Chromecast
  • Folgender Satz des Google-Chefs Eric Schmidt (2010) trifft die Beschreibung der Firma Google sehr gut:
    „Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst.“

Keine andere Firma (Apple, Microsoft, etc.) dominiert so allumfassend unser digitales Leben.

Wenn man sich dessen bewusst wird, kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Wenn immer möglich keine Google Dienste zu benutzen und auf ein Android-Smartphone mit Google Diensten zu verzichten. Siehe dazu: Tschüss Datenkrake: Ein Leben ohne Google.

Je mehr Daten bei Google (Big Data) über Personen bekannt sind, desto mehr Macht hat der Konzern über die jeweiligen Personen. Google ist der weltgrößte Konzern der Künstliche Intelligenz (KI) einsetzt, um soziales Verhalten zu analysieren.

Zitat: „Google kennt deswegen buchstäblich Milliarden Menschen - ihre intimsten Geheimnisse und Wünsche, ihre Fehler und was sie angreifbar macht. Mit psychologischen Modellen weiß dieser und ähnliche Daten-Konzerne mehr über uns als unsere besten Freunde.“. Siehe Künstliche Intelligenz, Big Data und eine neue Herrschaftsformel.

Weitere Links zum Thema Datensammeln und Tracking: